Halb geöffnete Kirchentür

Die Innenausstattung der St. Jakobus-Kirche

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts bestimmte neben dem Jugendstil vor allem der Historismus die bauliche Gestaltung. Die 1901 vollendete Schönberger Kirche wurde als historistischer Bau errichtet und traf den Nerv der für den Kirchenbau Verantwortlichen. Man wollte sich von Altem, überkommen scheinendem lösen und aufbrechen zu etwas neuem, größeren und schöneren. Nichts desto trotz war man stolz, eine Geschichte zu haben und wollte sich entsprechend darstellen. Noch vorhandene historische Originale wurden als unwichtig oder sogar mehr noch, als kontraproduktiv abgelehnt und billig verhökert. So konnte der Architekt Bestelmeyer von der barocken Schlosskirche lediglich zwei der gotischen Glocken retten und in die Kirchenfassade integrieren – die zu Gunsten eines neuen Geläutes hätten eingeschmolzen werden sollen.

Diesem Zeitgeist entsprach der Historismus, bei dem auf ältere Stile zurückgegriffen wurde bzw. mehrere miteinander kombiniert wurden. Die Schönberger St. Jakobus-Kirche wurde im neugotischen Stil erbaut. Wie beim Gebäude selbst, ahmte man auch bei der Inneneinrichtung die Formensprache vergangener Zeiten nach, um eine geschichtliche Gesamtwirkung des Neubaus zu schaffen. Speziell die Neugotik orientierte sich an einem idealisierten Bild des Mittelalters. So verweist die Schönberger Kirche neben den gotischen Spitzbögen ihrer Fenster und Türen vor allem mit der Inneneinrichtung auf die Gotik. Der neu geschaffene Flügelaltar und auch der Schalldeckel der Kanzel waren mit üppig geschnitztem gotischem Gesprenge versehen, die Leuchter und der Deckel des Taufsteins griffen die Ornamente auf. Vor allem wollte man aber mit der Pfarrloge neben der Kanzel, der burgähnlich wirkenden Orgel, der geschnitzten Emporenbrüstung mit ihrem vorspringenden Erker samt Ritterhelm und Schild sowie den vielzähligen Wappen das idealisierte Bild des ritterlichen Mittelalters im Inneren der Kirche zum Leben erwecken.

Setzt man sich mit den Details der Innenraumgestaltung ein wenig auseinander, fallen darüber hinaus unweigerlich die vielfältigen Weinreben, -trauben und -blätter auf. Sie finden sich in Holz geschnitzt an den Seiten der Kirchenbänke, aus buntem Glas in den Fenstern, in Stein gehauen um den Taufstein und als Sockel der Jakobus-Figur, in Metall getrieben und geschmiedet im Treppengeländer zur Empore, in den Türbändern und sogar in den unterschiedlich geformten Türklinken wieder.

Zum 60-jährigen Bestehen der Kirche ließ man ihr eine umfassende Renovierung angedeihen. Dabei wurde im Inneren „alles unzeitgemäße Beiwerk entfernt“. Während das Gestühl und die Kanzel von der dunklen Farbschicht befreit wurden, verlor der Chorraum seine Holzvertäfelung sowie Kanzel und Altar ihr gotisches Gesprenge. Die Abdeckung des Taufsteines und die Beleuchtung wurden erneuert, aber auch eine zeitgemäße Beheizung eingebaut. Dieser Zustand ist heute noch weitestgehend erhalten und wurde über die Jahrzehnte lediglich um einzelne Details ergänzt.

Von A bis Z – Erfahren Sie hier alles über die Jakobuskirche

Altar

AltarDer Altaraufsatz der St. Jakobus-Kirche ist im gotischen Stil eines Flügelaltares gestaltet und wurde nach Entwürfen von Prof. Schmitz in der Nürnberger Kunstschreinerei Stettner gefertigt. Ursprünglich war über dem Retabel ein gotisches Gesprenge mit Gottvater-Büste angebracht, welches 1961 entfernt wurde und den Blick auf das dahinterliegende Chorfenster freigab.

Im Zentrum des Retabels steht die Kreuzigung. Der rechte Flügel zeigt die Geburt Jesu’, auf dem linken ist die Begegnung des Auferstandenen mit Maria Magdalena zu sehen. Die Außenseiten der Flügel sind unbemalt, da eine Wandlung des Altares zur Bauzeit nicht vorgesehen war. Die Altarbilder stammen vom Kunstmaler Christian Bär, Nürnberg. Er hatte in seinem ersten Entwurf für die Altarflügel Abbildungen der Apostelbrüder Jakob und Johannes vorgesehen, die aber nicht ausgeführt wurden.

In die Predella ist ein Relief des heiligen Abendmahls eingelassen, an dessen Stelle bis 1961 eine Tafel mit der Inschrift „Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“ angebracht war.

Die Mensa ist aus massivem Sandstein gemauert. Das Altarkreuz aus dem Jahr 1969 besteht aus Metall und Glas.