Kirchengeschichte Schönberg

Die älteste schriftliche Überlieferung zur Schönberger Kirchengeschichte stammt aus den Jahren 1061/1062, als Bischof Gundekar II von Eichstätt hier eine Weihe vollzog. Damals pfarrte Schönberg gemeinsam mit dem Nachbarort Ottensoos zur Mutterkirche St. Nicolai in Offenhausen. 1297 wurde Ottensoos selbstständige Pfarrei, zu der Schönberg als Filiale gehörte.

1360 stattete Albrecht der Schöne, Burggraf von Nürnberg, die Schönberger Kapelle mit einer Frühmesse aus. Für den „Frühmesser“ oder Kaplan, der diese Morgengottesdienste zu verrichten hatte, wurde eine eigene Kaplanei im Dorf errichtet. Dem Ottensooser Pfarrer standen weiterhin die Gottesdienste und alle Amtshandlungen wie Taufen, Trauungen und Bestattungen samt den damit verbundenen Zehntrechten und Gebühren in Schönberg zu.

Mit Einführung der Reformation im Jahr 1528 begann ein allmählicher Ablösungsprozess von Ottensoos. Dem ersten evangelischen Pfarrer im Ort, Johann Pröbser/Brebser aus Bamberg, wurde 1975 mit der Benennung der Brebserstraße in Schönberg eine bleibende Erinnerung geschaffen.

Pfarrer Jakob Müller (er war zuvor Kaplan in Ottensoos gewesen!) legte im Jahr 1563 das erste Schönberger Tauf- und Ehebuch an und schrieb darin die Worte „Item ein Pfarrer zu Schönberg darf einem Pfarrhern zu Ottensoos nicht unterworfen sein, und nach seinem Gehais oder Gebiet nicht thun.“ Im selben Jahr wurde Schönberg zur eigenständigen Pfarrei erhoben und dem Dekanat Schwabach zugeordnet. Damit ging die Errichtung einer größeren Kapelle innerhalb des Schönberger Schlosses durch Markgraf Georg Friedrich den Älteren von Brandenburg-Ansbach einher, welche erstmals auch mit Kirchenglocken ausgestattet war. Bestattet wurden die Schönberger noch weiterhin in Ottensoos. Ein eigener Friedhof konnte erst im Jahr 1687 verwirklicht werden. 

Noch über Jahrhunderte blieben die gottesdienstlichen Verpflichtungen des Ottensooser Pfarrers in Schönberg bestehen. Allerdings musste er sich fortan in Schönberg den Titel des „Frühmessers“ gefallen lassen, andernfalls durfte er die Kanzel nicht betreten. Im Gegenzug bezog er Zehntteile aus Schönberg und die Vertretung des Schönberger Pfarrers in Ottensoos. Den Hintergrund für diese fast durchgehend zu Streitigkeiten führenden Verhältnisse bildeten die verschiedenen grundherrschaftlichen Ansprüche. Während die Schönberger Pfarrer zum Fürstentum Brandenburg-Ansbach gehörten, wurden die Ottensooser Pfarrer vom nürnbergischen Amtspfleger in Engelthal vorgeschlagen und von den Ganerben auf dem Rothenberg in ihr Amt eingeführt. Keiner der Beteiligten wollte seine Möglichkeiten der Einmischung in benachbartes Gebiet zu Gunsten entspannterer Verhältnisse aufgeben. Die verstrickten Verbindungen konnten erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts endgültig aufgelöst und der Boden für eine friedliche und freundschaftliche Nachbarschaft der beiden Pfarreien bestellt werden.

Ab 1810 gehörte die Pfarrei Schönberg zum Dekanat Lauf und wurde 1827 bei dessen Auflösung in das Dekanat Hersbruck eingegliedert. Darin ist es heute, wie auch die Nachbarpfarrei Ottensoos, eine von 30 aktiven Kirchengemeinden.

Die Schönberger Pfarrer seit der Reformation

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Johann Brebser/Pröbser 1528–1546

Urbanus Zwölfer 1547–1555

Martin Killinger 1555–1562

Jakob Müller 1563–1607

Johannes Schnabel 1607–1612

Johann Schönherr 1612–1634

Theodorus Hahn 1635–1647

Gallus Schnecklein 1647–1648

Michael Spieß 1649–1656

Jakob Ernst Windhesel 1656–1669

Johann Christoph Wunderer 1669–1715

Benedikt Johann Model 1715–1741

Johann Samuel Esenbeck 1741–1771

Johann Friedrich Esenbeck 1771–1808

Christian Conrad Nopitsch 1809–1838

Johann Christoph Friedrich Wild 1839–1868

Christian Simon Gagel 1869–1872

Georg Leonhard Grieshammer 1873–1875

Dr. Einhard Gottfried Heß 1876–1883

Johann Georg Justin Eichler 1885–1888

Johann Andreas Mayr 1889–1895

Theodor Langenfaß 1895–1914

Karl Kelber 1914–1922

Konrad Stock 1922–1927

Heinrich Wilhelm 1927–1934

Hans Berthold 1935–1958

Otfried Vanhoefer 1958–1964

Hans Dietrich 1964–1969

Jörg Dinkelmeyer 1974–1996

Gerd Bauer 1997–2002

Thomas Geyer 2003–2017

Gabriele Geyer seit 2003
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